Historische Denkmäler


Eine einzigartige Sehenswürdigkeit und nicht zu übersehende Dominante von Namest nad Oslavou ist das Schoß. Ursprünglich stand dort eine etwa in der zweiten Hälfte des 13 Jahrhunderts erbaute gotische Burg, von der sich bloß der runde steinerne Wehrturm erhalten hat. Der gotische Charakter des Bauwerkes ist noch heute stellenweise am Mauerwerk bemerkbar, später wurde er vom Barock abgelöst, das in der Schloßkapelle, in der Sala terrena und in der Ausschmückung der Interieure hervortritt. Spuren der Renais-sance sind hauptsächlich im Hof zu sehen.

Sein derzeitiges Aussehen verdankt das Schloß Johann d. Ä. von Zerotin, der die ursprüngliche Burg aus dem Jahre 1578 nach dem Vorbild italienischer Renaissancebauten, offenbar nach dem Projekt des Architekten Gialdi, umgestalten ließ. Der Umbau des Schlosses begann wahrscheinlich mit der Schloßkapelle zu Ehren des hl. Wenzel, worauf die Spitzfenster mit einem Maßwerk teils aus der Gotik, teils aus der Renaissance hindeuten. In der zweten Hälfte des 18. Jahrhunderts, unter den neuen Eigentürmen aus der Familie Haugwitz, wurden die verbliebenen Basteien und Schanzen niedergerissen, der Burggraben zum Großteil eingeebnet und die ursprüngliche hölzerne Fallbrücke durch eine steinerne Bogenbrücke ersetzt.

In das Schloß gelangt man durch ein Tor, über dem das Wappen der Zerotins und eine lateinische Inschrift mit dem Datum des Umbaues angebracht ist. Interessant ist der zweite Hof mit Arkaden, wo eine Fontäne mit der Neptun-Statue inmitten dominiert. Die ursprünglich in allen Stockwerken offenen Renaissancearkaden werden von drei Säulenreihen mit toskanischen, jonischen und korinthischen Kapitellen, Emblemen mit Kränzen, Rosetten, Musikinstrumenten, Drachen, Nymphen, Greisen u.a. getragen.

Bemerkenswert ist zweifelsohne auch die St.-Wenzelskapelle im Schloß mit ihren barcken Altären, ihre innere Ausschmückung mit Gemälden und Statuen stammt aus dem aufgehobenen Kapuzinerkloster. Nicht minder beachtenswert ist die Bibliothek mit Tonnengewölben und Fresken mit Motiven des Märchens von Amor und Psyche und einer Allegorie menschicher Eigenschaften. Diese Ausschmückung wird dem italenischen Künstler Carpofor Tencal zugeschrieben.

Das Schloß gehörte bis zum Jahre 1945 der Familie Haugwitz , diente dann kurze Zeit als Sommerresidenz des damaligen Präsidenten Edvard Benes. Heute ist darin eine Kollektion von Tappisserien untergebracht, die aus der Zeit von der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts stammen.

In der Schloßbibliothek und auf den Höfen werden regelmäßig Konzerte ernster und Folkmusik veranstaltet, die an die reichen musikalischen Traditionen des Beginns des 19. Jahrhunderts anknüpfen.

Unweit vom Schloß steht das in den Jahren 1761 - 1763 erbaute Kapuzinerkloster. Leider hat sein Umbau zu einer Tuchfabrik den ursprünglichen barocken Charakter zum größeren Teil verwischt.

In der Aufzählung der Denkwürdigkeiten von Namest nad Oslavou, die sich kein Besucher der Stadt entgehen lassen sollte, darf die Brücke über den Fluß Oslava nicht fehlen. Nach der Brücke in Pisek und der Prager Karlsbrücke ist sie die drittälteste steinerne Vrücke bei uns. Sie wurde im Jahre 1737 von Adrian von Enckenwoirt erbaut und im Jahre 1744 unter den Kufstejns mit 20 Statuen männlicher, weiblicher Heiligen und Erzengeln bestükt. Acht Statuen stammen von Josef Winterhalter d.Ä.

Derselbe Künstler beteiligte sich auch an der plastichen Verzierung der St.-Annenkapelle (Statuen des hl. Rochus und der hl. Theresie) in dem von den Kufstejns in den Jahren 1743 - 1745 erbauten Spital, in dem 12 Insassen lebten. Es handelte sich um alte arme Untertänige aus Namest und Umgebung, die dann als Gegenleistung an Prozessionen und Begräb nissen teilnehmen und gemeinsam für die Obrigkeit beten mußten. Die Kapelle ist auch mit Bildern von Paul Troger ausgeschmückt (hl. Anna auf dem Hauptaltar, hl.Franziskus Xaverius und ein unbekannter Heiliger beim Gebet für die Kufstejns auf den Nebenaltären).

Auf dem Stadtplatz beeindruckt die Statuengruppe der Allerheiligsten Dreifaltigkeit aus dem Jahre 1715, ein Werk des Bildhauers Anton Riga. Wichtigste Dominante ist die Kirche zu Ehren des hl. Johannes des Täufers, sie war ursprünglich gotisch und wurde aber nach dem Brand im Jahre 1639 neu erbaut. Zu ihrer wertvollsten Ausschmückung kann man die Bilder aus dem Jahre 1640 vom Maler niederländischer Herkunft Stoll mit dem Thema der Taufe Christi auf dem Hauptaltar, des hl.Karl Borromäus und der Jungfrau Maria auf den Seitenaltären zählen. Auf der Epistelseite des Presbyteriums hängt ein Bild des hl. Antonius, glechfalls von Paul Troger. An der Fassade sind fünf Heiligenstauen aus dem Jahre 1910 angebracht.

Unter den Kufstejns entstand auch die barocke Pfarre neben der Kirche, deren Fassade mit den Statuen des hl.Josef und des Joachim von Winterhalter verziert ist.

Auf dem Stadtplatz stehen zwei bemerkenswerte Renaissancebauten: das Alte Rathaus und das jetzige Kaufhaus Oslavan.

Neben den Friedhöfen ließen die Haugwitz nach einem Projekt des Wiener Architekten Josef Kornhäusel in den Jahren 1822 bis 1825 eine Familiengruft im Stil des Empires erbauen. Die Figuralskulpturen aus Mramor im Interieur stammen von Josef Klieber.





Schloß
Schloß
Barockbrücke
Barockbrücke
Erzelgel Gabriel
hl.Paul
Kirche
Spitalek
Spitalek
Familiengruft
Familiengruft
Statuengruppe der Allerheiligsten Dreifaltigkeit
Schloßpark
Lusthaus in Park